Diabetes Blog Woche: Tag X – der Tag an dem der Diabetes kam

Hallo ihr Lieben,

heute lautet das Thema der Diabetes Blog Woche „Tag X – der Tag an dem der Diabetes kam“.

Also, der Tag, mit dem wir uns heute beschäftigen, ist der 9 Oktober 1998, damals war ich 12 Jahre alt. Da ich bereits *hier* einiges von meinen Erinnerungen gepostet habe und mich nicht einfach wiederholen möchte ist der heutige Post nicht aus meiner Sicht geschrieben. Stattdessen schreiben euch heute meine Eltern, wie sie diesen Tag und die erste Zeit mit meinem Diabetes erlebt haben. Vieles davon hab ich sogar selber schon wieder vergessen 😉

Eigentlich ging es damit los, dass uns auffiel, wie dein Verbrauch an Saft immer mehr anstieg. Dies wurde irgendwann so auffällig, dass wir beschlossen, mit dir zum Arzt zu gehen. Wir hatten selber den Verdacht, dass es Diabetes sein könnte. Die Symptome kannte Papa von seiner Mutter und wir wollten sicher gehen. Die Sprechstundenhilfe wollte uns erst nicht so richtig glauben und wir haben erst recht spät abends gegen 18:30 einen Termin bekommen. Dort wurde dann zunächst Blutzucker bei dir gemessen aber das Ergebnis wieder verworfen – das Gerät zeigte nur Werte bis 500 mg/dl an und behauptete, der Wert läge drüber. Das Ganze also noch einmal mit einem anderen Gerät probiert – wieder das Gleiche. Dann wurde noch ein Urintest zur Sicherheit gemacht und plötzlich wurde die Ärztin ganz hektisch: Wir sollten sofort ins Krankenhaus fahren! Oma hat dann auf deine Schwester aufgepasst und wir Drei sind ins Krankenhaus gefahren.
 Dort angekommen wurde mit einen speziellen Gerät noch einmal Blutzucker gemessen. Der Wert lag bei etwas über 500 mg/dl (genau wissen wir das nicht mehr). Also wurde ein Tropf gelegt und ich (Mama) bekam das Angebot, für drei Nächte in der Klinik zu schlafen, damit ich ggf. schnell bei dir sein kann. Als ich das Zimmer bezogen habe, fiel die Anspannung von mir ab und ich war allein und fix und alle und erst einmal mit der neuen Situation völlig überfordert.

Was uns an dem Krankenhaus extrem gefallen hat, war, dass Dir auf eine liebevolle Weise eine „neue Normalität“ beigebracht wurde: Es ist so und so kann man damit umgeben – und auch wir wurde genau beobachtet. Als Mama einmal richtig fertig war, es aber dir gegenüber natürlich nicht zeigen wollte, wurde sie vom Personal „auf Tour“ geschickt (man könnte auch sagen: rausgeschmissen mit der Aufgabe sich zu sammeln). Wir bekamen auch das Rüstzeug mit, um mit der neuen Situation umzugehen. Wir haben mit Dir messen, spritzen (in eine Orange – du brauchtest dafür nicht herhalten), KE zählen, Einheiten ausrechnen und vieles mehr gelernt. Als du aus dem Krankenhaus raus gekommen bist, ist Papa als erstes mit dir Eis essen gegangen.

Zu Hause begann dann „der Ernst des Lebens: KE zählen, Buchführung machen – was irgendwie öfter an Mama hängen blieb ( O-Ton Mama: „die Sache mit dem Delegieren habe ich bis heute nicht drauf… seufz“). Besonders belastend fand ich das späten Spritzen, wobei sich die Zeiten diverse Mal änderten: mal Mitternacht oder 1 Uhr, mal morgens gegen 5 Uhr. Mir hat das immer so leid getan, dich zu wecken…! Und dann die Unterzuckerungen: Da kam ich mir vor wie eine Vogelmama, der man ein Kuckuckskind untergejubelt hat. Essen ranschaffen – je mehr je lieber. Mit dem Kühlschrank wollte ich dich in einer solchen Situation lieber nicht allein lassen… 🙂

Für uns beide war es nicht immer einfach den richtigen Weg zu finden. Hart zu bleiben, obwohl es uns manches Mal schwer fiel und auch mal ein Auge zuzudrücken, ohne dass alles aus dem Ruder läuft. Ich habe aber sehr bewundert, wie du von Anfang an mit den Widrigkeiten umgegangen bist und deine Krankheit angenommen hast.

Mir bleibt zum Schluss nur zu sagen, dass mir die Unterstützung meiner Eltern sehr geholfen hat und ihr Engagement mir eine große Sicherheit gegeben hat 🙂 Und offensichtlich haben die beiden mir nicht nur in der Kindheit mit dem Diabetes geholfen, sie helfen mir auch jetzt noch bei meinem Blog 😉

Bis Bald


dbw

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