#dbw15 Diabetes Typ F


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Hallo ihr Lieben,

Diabetes betrifft nicht nur die Diabetiker selbst. Für die Familien ist es ebenfalls eine riesen Veränderung. Plötzlich ist alles anders. Einfach so Essen, ohne nachzudenken wie man es selber macht, ist für das Kind/die Schwester/den Bruder/usw. nicht mehr möglich. Ein geliebter Mensch muss plötzlich mit Nadeln und Spritzen hantieren – Dinge, die man selber niemals freiwillig in die Hand nehmen wollte. Bei Unterzuckerungen fängt er oder sie sowieso an, sich ganz komisch zu verhalten und wirklich nachvollziehen kann man dieses Gefühl, glaub ich, nie so ganz. Ich glaube, für Angehörige ist die Neu-Diagnose fast noch schlimmer, als für einen selbst.
Etwas anders sieht das, meiner Meinung nach, für Freunde aus, die einen nach der Diagnose kennen lernen. Ich habe den Eindruck, dass hier die Krankheit weitaus weniger dramatisch wahr genommen wird. Gut, das liegt auch mit Sicherheit daran, dass ich die Krankheit oftmals sehr runter gespielt habe. Man selbst hat aber ja auch nach ein paar Jahren ein völlig anderes Selbstverständnis entwickelt, mit dieser Krankheit klar zu kommen. Das ständige Nadelpieksen ist zur Gewohnheit geworden und eine Unterzuckerung nervt zwar, aber verängstigt einen im Normallfall nicht so.
Trotzdem betrifft diese Krankheit eben auch Familie und Freunde. Oftmals werden diese ebenfalls zu Experten in Sachen Diabetes ausgebildet und wissen genau, wann sich eine Unterzuckerung anbahnt, mal wieder zum Messen motiviert werden sollte oder dringend Ablenkung in Sachen Zucker nötig ist. Das kann auch für Nicht-Betroffene eine Belastung sein/werden, daher wurde der Begriff Diabetes Typ F eingeführt.
Man kann natürlich keine allgemein gültige Aussage treffen, wie man „einen Diabetiker“ zu behandeln hat. Schließlich sind wir alle Individuen und jeder hat andere Marotten und möchte unterschiedlich behandelt werden. Manche möchten, dass sich die Menschen im Umfeld stark integrieren und diese in ihr Diabetes Management einbeziehen – andere wollen so viel Normalität wie möglich wahren und sich alleine um die Krankheit kümmern. Ich merke selbst, dass sich diese Einstellung auch ändern kann. Am Anfang, als ich alles runter gespielt habe wollte ich auch möglichst wenig Einmischung von anderen Seiten. Inzwischen, wo der Diabetes eben auch wieder mehr Raum in meinem Leben hat, möchte ich auch die Menschen, die mir nahe stehen, einbeziehen. Z.B. mich bei meiner Mama über die doofen Hypos ausweinen, bei meiner Schwester über das blöde Aufschreiben lästern oder mir von einer Freundin Motivation zum Tagebuch schreiben abholen. Natürlich klappt das alles auch allein – aber es ist eben schöner Rückhalt von seinem Umfeld zu haben.
Und das ist meiner Meinung nach auch die einzige und wichtigste Aufgabe, der Typ Fler. Je nach Persönlichkeit des Diabetikers mehr oder weniger Halt bieten. Dieses Thema ab und zu mit einzubeziehen, weil es eben AUCH zu mir gehört. Mich aber nicht darauf zu beschränken oder deswegen bevormunden wollen. Mir Dinge zutrauen, mich voran treiben und einfach hinter mir stehen. Genauso, wie ich mir das auch als Nicht-Diabetikern von meinem engeren Umfeld wünschen würde und wie ich es versuche auch zurück zu geben.

Bis Bald

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